Prisoners

USA 2013, 153 Minuten
Regie: Denis Villeneuve
Mit: Hugh Jackman, Jake Gyllenhaal, Viola Davis

Zwei Mädchen, die spurlos verschwinden, ein Detective, der bisher jeden seiner Fälle lösen konnte, ein Verdächtiger, der wieder laufen gelassen werden muss und ein Vater, der damit ganz und gar nicht einverstanden ist und beschließt, die Sache selbst in die Hand zu nehmen.

Der Titel von Villeneuves Thriller hält wahrlich, was er verspricht – und zwar auf allen Ebenen. Denn hier werden nicht nur die Figuren zu Gefangenen, sondern auch der Zuschauer wird 153 Minuten lang nicht mehr losgelassen. Der Druck steigt von Minute zu Minute, wie im Schraubstock eingeklemmt sind wir, die Zeit läuft allen davon und die Machtlosigkeit, die man zu empfinden gezwungen wird, drückt einem die Luft ab. „Ich kann nicht mehr, bitte hör doch endlich damit auf!“ will man der Leinwand verzweifelt entgegenbrüllen – doch selbst wann man das täte (und einen Rausschmiss aus dem Saal riskierte) würde es nicht helfen, denn es hört nicht auf. Er hört nicht auf. Weil er nicht kann. Bis an die Grenzen des Aushaltbaren werden wir zusammen mit dem Vater Keller Dover getrieben – und darüber hinaus. Keine Chance gibt es, zum Aufatmen, zum Hoffen, und immer stärker wird die schreckliche Gewissheit, dass es keine Gewissheit und auch kein Wissen mehr gibt. Und am Ende, wenn das Licht angeht und die Türen auf, wenn wir aus unserem Kinosessel hochtauchen und feststellen, dass alles nur ein Film war, dann ist da nichts, das uns tröstet – und wir bleiben zurück mit unseren Fragen – den Fragen an uns selbst.

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