Sekunden

Es gibt diese kleinen Momente, in denen einfach alles stimmt. In denen man die Welt anhalten will. So einen Moment gab es neulich, als Meta im Schaufenster des Polyesters gespielt haben. Die Abendsonne taucht sie, als hätten sie es so bestellt, in warmes, grobkörniges Licht. Stimme fließt, wird eins mit Gitarre, Synthies und Trommeln und hüllt alle ein in eine große, zart-schimmernde Seifenblase, in der man am liebsten für immer mitschweben möchte. Für eine Weile darf man das, mitschweben. Eingehüllt sein – mit dem Versprechen, dass schon alles wieder gut wird. Dass alles möglich ist. Dass man alles schaffen kann. Nur ein bisschen Mut muss man haben. Und Meta im Ohr. Und dann, wenn nach einer Stunde Konzert die letzte Silbe verklingt, der letzte Trommelschlag noch nachvibriert, in der Luft und im Herzen, dann ist sie da, diese eine perfekte Sekunde. Die Sekunde, in der alles stillsteht. In der man den Atem anhält. Die nie vorbei gehen soll. An die man sich noch lange erinnern wird. Denn natürlich, sie geht vorbei. Es ist eben nur eine Sekunde. Und während sie in die Weiten der Zeit fließt, öffnet sich mit einem leisen Plopp die Seifenblase und alles ist, wie es vorher auch schon war. Nur, dass es jetzt Meta gibt.

Meta hier anhören. Oder hier. Oder hier.

*Neulich war der 29. Mai 2014.

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