Lazy Sufjan Sunday

Die Wolken fliegen vorbei, an diesem Sonntag. Die Sonne scheint, es ist ein lazy lazy Sunday. Ein lang verdienter, der erste in so langer Zeit – Zeit zum Atmen, zum Hören, zum Fühlen, zum Schreiben – vielleicht.

„Make the most of your life – while it is rife, while it is light“ sagt Carrie leise im Hintergrund – und erfüllt damit doch den ganzen Raum, alles an Gehörgang, die letzte noch so verzwirbelte Gehirnwindung. Die Mama von Sufjan. Ich kenne ihn nicht, Sufjan, aber seine Stimme fließt mir ins Hirn, fließt mir ins Herz, und darum darf ich ihn duzen. Das habe ich so beschlossen, und den Vertrag hat er unterschrieben, als er uns den vierten Juli gegeben hat.

„We’re all gonna die.“ Dann gibt es keine lazy lazy Sundays mehr, und auch keinen Zitronenjoghurt. Keine Schmetterlinge, kein Vogelgezwitscher, keine vorbeiziehenden Wolken.

Wir sollten heute alle unsere Mamas anrufen und ihnen sagen, dass wir da sind – und eben kurz: Danke. Und wenn das nicht geht, oder wir es nicht wollen, weil das Leben passiert ist, dann sollten wir ein bisschen Sufjan zuhören. Auf bunten Stühlen sitzend in die Wolken gucken. Atmen. Einfach atmen. Und mehr Zitronenjoghurt essen.

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